
Gerade jetzt im Winter in München ist die Versuchung groß: Draußen ist es nasskalt und ungemütlich, drinnen läuft die Heizung auf Hochtouren. Da möchte man die Fenster am liebsten gar nicht aufmachen. Oder man stellt sie „nur mal kurz“ auf Kipp, damit ein bisschen frische Luft reinkommt, ohne dass es gleich eiskalt wird.
Genau hier liegt leider das Missverständnis, das dich am Ende richtig Geld kosten kann und deiner Gesundheit schadet. Denn richtiges Lüften im Winter funktioniert anders als im Sommer. Ich zeige dir, wie du für frische Luft sorgst, ohne dass deine Heizkosten explodieren, und wie du deine vier Wände schimmelfrei hältst.
Wir machen es fast alle intuitiv, aber im Winter ist das gekippte Fenster ein echter Energiefresser. Wenn das Fenster dauerhaft gekippt ist, passiert Folgendes: Die warme Luft entweicht langsam, aber stetig nach oben. Gleichzeitig kühlt der Fenstersturz – also der Mauerbereich über dem Fenster – stark aus.
Der Luftaustausch ist dabei aber minimal. Du heizt also quasi direkt in den Münchner Winterhimmel, während deine Wände auskühlen. An diesen kalten Stellen kondensiert dann die warme Raumluft, und schon hast du den perfekten Nährboden für Schimmel geschaffen. Mein Rat: Lass den Griff im Winter lieber ganz in Ruhe, wenn es ums Kippen geht.
Wie geht es besser? Ganz einfach: Fenster weit auf! Und zwar komplett. Am besten öffnest du gegenüberliegende Fenster gleichzeitig (Querlüften). Dadurch entsteht ein Durchzug, der die verbrauchte, feuchte Luft in Rekordzeit gegen frische, sauerstoffreiche Luft austauscht.
Das Ganze muss gar nicht lange dauern. Im Winter reichen oft schon 5 bis 10 Minuten. Der Vorteil: Die Möbel und Wände speichern die Wärme. Sobald du die Fenster schließt, erwärmt sich die frische Luft im Raum innerhalb weniger Minuten wieder, weil die Wände die Wärme abgeben. Du hast frische Luft, aber keine ausgekühlte Wohnung.
Vielleicht fragst du dich, warum du bei Nebel oder Schneeregen lüften sollst – da kommt doch Feuchtigkeit rein, oder? Physikalisch gesehen ist das Gegenteil der Fall. Kalte Luft kann viel weniger Feuchtigkeit speichern als warme Luft.
Wenn du die kalte Winterluft reinlässt und sie sich im Zimmer erwärmt, wird sie extrem aufnahmefähig für Feuchtigkeit. Sie saugt quasi das Wasser, das durch Atmen, Kochen oder Duschen entstanden ist, wie ein Schwamm auf. Beim nächsten Lüften beförderst du diese Feuchtigkeit wieder nach draußen. Das ist die effektivste Methode, um Schimmel vorzubeugen.
Wenn du in deinem Haus in Grünwald oder Umgebung gerade saniert hast und neue, dichte Fenster eingebaut wurden, ist das super für die Energiebilanz. Aber: Dein Haus ist jetzt „dicht“. Früher zog es durch Ritzen, heute bleibt die Luft drin.
Das bedeutet für dich: Du musst bewusster lüften als früher. Wenn dir das im Alltag zu stressig ist, kann eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eine tolle Lösung sein. Die sorgt vollautomatisch für frische Luft, ohne dass du auch nur einen Finger rühren musst – und die Wärme bleibt trotzdem im Haus.
Ein ganz einfaches Indiz, ob du zu viel Feuchtigkeit im Raum hast, sind deine Fenster. Bildet sich unten am Glasrand Kondenswasser? Dann ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch. Das ist dein Signal: Sofort Fenster aufreißen und lüften, bis der Beschlag weg ist.
Ja, unbedingt. Wenn die Thermostate merken, dass kalte Luft reinströmt, powern sie sonst voll dagegen an. Dreh sie kurz auf Null, lüfte durch, und dreh sie danach wieder auf deine Wohlfühltemperatur.
Ideal ist drei- bis viermal täglich. Wichtig ist vor allem das Lüften direkt nach dem Aufstehen (um die Feuchtigkeit der Nacht rauszubekommen) und abends vor dem Schlafen.
Ja. Auch bei Regen ist die Außenluft im Winter, sobald sie erwärmt wird, trockener als die verbrauchte Innenluft.
Wir empfehlen es oft. Es ist ein riesiger Komfortgewinn. Du hast immer frische Luft, Pollen bleiben draußen (super für Allergiker), und du sparst noch mehr Energie, weil die Wärme der Abluft genutzt wird, um die Frischluft vorzuwärmen.
Richtiges Lüften ist kein Hexenwerk, sondern Gewohnheitssache. Wenn du dich an das Stoßlüften hältst, schützt du nicht nur deine Bausubstanz vor Schimmel, sondern sparst auch noch Heizkosten.
Hast du das Gefühl, dass es bei dir trotz Lüften feucht ist oder planst du neue Fenster und bist unsicher wegen des Luftaustauschs? Dann melde dich bei uns. Wir beraten dich gerne zu Lüftungskonzepten, die dir das Leben leichter machen.

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