
Wer saniert, umbaut oder modernisiert, trifft eine der wichtigsten Entscheidungen oft sehr früh: Welches Bauunternehmen bekommt den Auftrag? In der Angebotsphase klingt vieles ähnlich, und trotzdem entstehen die größten Probleme meist nicht durch „Pfusch“, sondern durch unklare Absprachen, fehlende Positionen im Angebot oder ein Zeitplan, der von Anfang an nicht realistisch war. Mit den folgenden zehn Fragen schaffst du vor der Unterschrift Klarheit und schützt dich vor unnötigen Kosten, Stress und Verzögerungen.
Ein Projekt läuft deutlich ruhiger, wenn du weißt, wer für dich zuständig ist und wer täglich vor Ort den Überblick hat. Frage konkret nach einem festen Ansprechpartner, einer Stellvertretung und wie die Kommunikation im Alltag abläuft. Je klarer die Rollen verteilt sind, desto weniger Missverständnisse entstehen.
Viele Konflikte entstehen, weil Begriffe zu allgemein sind. „Malerarbeiten inklusive“ kann bedeuten, dass nur gespachtelt wird, oder dass zwei Anstriche mit hochwertiger Farbe enthalten sind. Lass dir die Leistungen so detailliert erklären, dass du sie nachvollziehen kannst: Material, Umfang, Ausführung und Qualitätsniveau.
Gerade bei Sanierungen können manche Dinge erst nach Öffnung von Böden oder Wänden sicher beurteilt werden. Trotzdem sollte klar sein, welche Posten fix sind und welche sich ändern können. Gute Anbieter markieren solche Positionen transparent und erklären, wie sich Mehr- oder Minderkosten berechnen.
Nachträge sind nicht automatisch schlecht, aber sie müssen steuerbar sein. Die wichtigste Regel: Nachträge sollten schriftlich beschrieben, bepreist und von dir freigegeben werden, bevor sie umgesetzt werden. So behältst du die Kosten im Griff und vermeidest Überraschungen am Projektende.
Ein Starttermin allein sagt wenig aus. Lass dir einen Ablaufplan zeigen, der die wichtigsten Etappen abbildet, inklusive sinnvoller Puffer. Besonders hilfreich sind Meilensteine wie Abriss, Rohinstallation, Putz, Estrich, Fliesen, Endmontage und Abnahme. So erkennst du früh, ob der Zeitplan machbar ist.
Wenn mehrere Gewerke beteiligt sind, wird Koordination zur Schlüsselaufgabe. Frage, wer die Schnittstellen organisiert und wie Abstimmungen zwischen Elektrik, Sanitär, Trockenbau, Boden und Malerarbeiten laufen. Auch wichtig: Werden Subunternehmer eingesetzt, und wer übernimmt dann die Verantwortung?
„Oder gleichwertig“ klingt flexibel, kann aber zu Diskussionen führen. Lass dir die wichtigsten Materialien und Produktlinien nennen, besonders bei sichtbaren oder langlebigen Bauteilen wie Boden, Fliesen, Armaturen, Fenstern oder Dämmung. Idealerweise gibt es klare Optionen: Standard, besser, premium, jeweils mit Preisunterschied.
Regelmäßige Updates vermeiden Ärger. Frage, wie oft du Informationen bekommst, ob es Fotodokumentation gibt und wie offene Punkte festgehalten werden. Ein kurzes wöchentliches Update mit Status, nächsten Schritten und eventuellen Abweichungen ist oft Gold wert.
Staubschutz, Abdeckungen, Schutz von Treppenhaus und Möbeln sowie eine saubere Entsorgung sind in der Praxis entscheidend. Kläre, wer wofür verantwortlich ist und was im Angebot enthalten ist. Gerade in bewohnten Objekten oder Mehrfamilienhäusern spart eine gute Organisation extrem viel Nerven.
Die Abnahme ist der Moment, in dem „fertig“ offiziell wird. Frage, ob es eine gemeinsame Begehung mit Protokoll gibt, wie Mängel dokumentiert und innerhalb welcher Frist sie behoben werden. Auch wichtig: Wie wird die Schlussrechnung gestellt und welche Regelungen gelten, wenn noch Restarbeiten offen sind?
Ein gutes Gefühl ist wichtig, aber ein Vertrag regelt nicht das Bauchgefühl, sondern Details. Je klarer Leistungsumfang, Preise, Zeitplan und Nachtragsregeln, desto weniger Risiko trägst du.
Nicht zwingend, aber häufig fehlen dort Positionen oder Qualitätsangaben, die später als Nachträge wieder auftauchen. Vergleiche Angebote nicht nur über den Endpreis, sondern über Vollständigkeit und Detailgrad.
Zu spät nachzufragen. Unklare Leistungsbeschreibungen, fehlende Nachtragsregeln und ein nicht belastbarer Zeitplan sind die häufigsten Ursachen für Stress und Mehrkosten.
Wenn du diese zehn Fragen stellst, merkst du schnell, ob ein Bauunternehmen strukturiert arbeitet und transparent kommuniziert. Genau diese Klarheit vor der Unterschrift entscheidet oft darüber, ob deine Sanierung planbar bleibt oder dich am Ende Zeit, Geld und Nerven kostet.

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